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Am 17. September 2026 trat die neue Potsdamer Naturdenkmalverordnung (PNDVO) in Kraft. Neu dabei ist unsere sehr alte Satzkorner Friedenseiche im benachbarten Gutspark. Sie wurde als Naturdenkmal ausgewiesen und ist nun besonders geschützt. Dafür eingesetzt haben sich seit der Bürgerumfrage 2021 zahlreiche Satzkorner Bürgerinnen und Bürger sowie der Ortsbeirat.

Heute ist die Friedenseiche ein stattlicher und sehr schöner Baum mit einem Stammumfang von 5,81 Metern. Mit der Unterschutzstellung geht ein lang gehegter Wunsch von Kurt Brandhorst in Erfüllung. Regelmäßig kommen die Nachfahren der ehemaligen Gutsbesitzerfamilie Brandhorst nach Satzkorn und besuchen „Ihren“ Baum.

Die Gutsbesitzerin Charlotte Brandhorst pflanzte den Baum im Jahre 1871 als Symbol des Friedens am Ende des deutsch-französischen Krieges, gemeinsam mit ihren Kindern Marie, Wilhelm und Leopold (Großvater des heute in Schweden lebenden Kurt Brandhorst).

Bäume sind seit jeher Symbole von Langlebigkeit und Kraft. Laubbäume mit ihren sich jährlich erneuernden Blättern stehen für die Wiedergeburt und das Leben. Besonders seit der Romantik gilt die Eiche als Symbol der Treue. Mit der Reichsgründung 1871, die das Gefühl nationaler Einheit bestärkte, zog das Eichenlaub in die deutsche Symbolsprache ein und die Eiche wurde zu einem Nationalsymbol.

Für Familie Brandhorst ist die Eiche ein Symbol der Hoffnung, aber auch eines der Trauer. Während der Wirren am Ende des 2. Weltkrieges wurde der Gutsbesitzer Friedrich Brandhorst auf seinem eigenen Hof von einem bewaffneten Trupp erschossen. Es war der 25. April 1945. Brandhost hinterliess seine Frau Margarete (geb. von Reiche) und die Kinder Gertrud, Luise-Charlotte, Ilse, Margarete, Leonore und Kurt. Kurt, der Stammhalter, war damals 16 Jahre alt. Da ein Begräbnis auf dem Friedhof wegen der Besetzung nicht möglich war, begrub die Familie den Leichnam unter der Friedenseiche. Anfang Juni 1945 konnte er in das Familiengrab an der Satzkorner Kirche umgebettet werden.

Drei weitere alte Eichen im Gutspark und auf den Satzkorner Upstallwiesen sind ebenfalls schutzwürdig, wurden aber leider nicht in die Liste der Naturdenkmale aufgenommen. Alle vier Eichen stehen landschaftsgestalterisch im Zusammenhang.

66 Naturdenkmäler stehen in Potsdam jetzt unter Schutz: 59 Bäume, Baumreihen oder Baumgruppen und 7 Findlinge. Hinter den trockenen Zahlen stehen Einzelschöpfungen der Natur, die wegen ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit aber auch aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen geschützt werden. Jedes erzählt seine eigene Geschichte.

Wichtiger Hinweis

Das Gutshaus Satzkorn ist ein Baudenkmal. Es wird zur Zeit saniert und ist nicht öffentlich zugänglich! Location- und Veranstaltungsanfragen richten Sie bitte an: info@gutshaus-satzkorn.de oder Mobil: 0176 99 220 226

Wir danken unseren Unterstützern!

   

Die Sanierung des Gutshauses Satzkorn wird gefördert durch die Untere Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam und das Land Brandenburg (BLDAM: Förderprogramm Denkmalhilfe und Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung + Ministeriums der Finanzen: Zuwendungen aus der Glücksspielabgabe der Lotterien und Sportwetten des Landes Brandenburg) sowie der Bundesrepublik Deutschland mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien: Denkmalschutz Sonderprogramm des Bundes.

Kontakt

Gutshaus Satzkorn
Schlossweg 1
14476 Potsdam OT Satzkorn

E-Mail: info@gutshaus-satzkorn.de

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